Soziale Arbeit

Die Menschen, die in unserer Obhut leben, haben ihr Heimatland gezwungenermaßen verlassen – weil ihr Leben, ihre Freiheit, ihre Gesundheit oder ihre Existenz bedroht sind und sie auf Schutz, Hilfe und eine neue Perspektive hoffen. Die Flucht verläuft oft unter sehr strapaziösen Umständen, so dass ein Teil der Flüchtlinge bereits zum Zeitpunkt des Ankommens posttraumatische Belastungsstörungen aufweist.

Bei der Arbeit mit geflüchteten Menschen sind Hilfen notwendig, die die Betroffenen auffangen, Vertrauen ermöglichen, ihr Bedürfnis nach Sicherheit beantworten und ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen. Wirklich erfolgversprechende Ergebnisse in Bezug auf soziale Integration sind allerdings erst dann zu erwarten, wenn der Aufenthaltsstatus geklärt ist und eine reale Bleibeperspektive existiert.

Unsere Sozialarbeiter/-innen und Betreuer/-innen bewegen sich also stets im Spannungsfeld zwischen sozialpädagogischem Anspruch und den geltenden, zumeist sehr restriktiven Regelungen des Asylrechts. Langwierige Asylverfahren bedeuten für die Geflüchteten eine Ungewissheit, welche zu einem großen Stressfaktor werden kann. Daher ist es notwendig, psychosoziale Interventionen und Unterstützungsangebote direkt nach der Ankunft zu anzubieten.


Ziel unserer sozialer Betreuung ist:

  • die Milderung der Folgen der Flucht
  • die Unterstützung bei der Eingewöhnung in die neue Umgebung
  • die Sicherstellung einer gesundheitlichen und hygienischen Grundversorgung
  • die Prävention und Deeskalation von Konflikten
  • die Förderung von Selbsthilfeaktivitäten

Konkret übernehmen unsere Mitarbeiter/-innen folgende Aufgaben:

  • Förderung an der Teilnahme am sozialen Leben sowie Klärung persönlicher Interessen
  • Begleitung und Beratung bei alltäglichen Anliegen
  • Begleitung und Unterstützung bei der Bewältigung von Krisensituationen
  • Beratung und Unterstützung bei der Inanspruchnahme von Sozial- und Gesundheitseinrichtungen sowie öffentlichen Stellen, Ämtern und Behörden
  • Zusammenarbeit mit entsprechenden Fachleuten (z.B. Ärzten, Gesundheitsämter)
  • Beratung und Unterstützung in Bezug auf Haushaltsorganisation und -führung (z.B. Wäschepflege, Zubereitung von Mahlzeiten etc.)
  • Unterstützung bei der Aufrechterhaltung eines geregelten Tagesrhythmus
  • Verbesserung des sozialen Klimas unter den Bewohner/-innen und zum Heimpersonal
  • altersspezifische Betreuung der Kinder und Jugendlichen, Spiel- und Lernanimation sowie Hausaufgabenbegleitung
  • Vermittlung in Schule und Kindertagesstätten
  • Schaffung eines Angebotes für das Erlernen der deutschen Sprache, z.B. durch ehrenamtliche Deutschkurse im Haus oder Vermittlung an externe Sprachschulen
  • Schaffung von Möglichkeiten der kulturellen und religiösen Betätigung

In all diesen Bereichen kommt es mitunter zu unvorhergesehenen Komplikationen. Kein Tag ist wie der andere und es gilt, sich auf unterschiedlichste Schicksale und Bedürfnisse einzustellen und angemessene Lösungsstrategien für die verschiedensten Problemlagen zu erarbeiten.

Unsere Mitarbeiter/-innen zeichnen sich dabei durch ihr besonderes Engagement für jeden individuellen Fall aus. Viele von ihnen sprechen mehrere Sprachen und haben selbst einen Migrationshintergrund, was das Ankommen für die Geflüchteten ungemein erleichtert. Durch Einfühlungsvermögen, Verständnis und Anteilnahme geben unsere Mitarbeiter ihr Bestes, damit sich unsere Heimbewohner/-innen willkommen und gut betreut fühlen.